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Erdgas als Kraftstoff

Beschaffenheit und Vorkommen

Wer von Erdgas spricht, benutzt oft auch die Abkürzung CNG. CNG steht für Compressed Natural Gas, also für Erdgas, das unter Druck komprimiert wird. Bei der Betankung eines Fahrzeugs wird Erdgas mit rund 200 bar Druck eingefüllt.

Erdgas als Kraftstoff wird in zwei Varianten angeboten. Wichtig für den CNG-Fahrer ist dabei der unterschiedliche Energiegehalt der beiden Sorten:
  • H-Gas (= High Caloric Gas): Durch einen Methangehalt von 87 bis zu 99 Volumen-Prozent ist H-Gas das energiereichere Erdgas. Der Stickstoff- (N2) und Kohlendioxidanteil (CO2) ist bei H-Gas gering. H-Gas ist fast bundesweit verfügbar. Herkunftsländer dieser Erdgassorte sind meistens die GUS-Staaten, Norwegen, Dänemark und die Niederlande.
  • L-Gas (= Low Caloric Gas): Der Methananteil von L-Gas liegt in der Regel zwischen 79,8 und 87 Volumen-Prozent. Dadurch ist der Energieinhalt von L-Gas geringer als der von H-Gas. Die Betankung mit L-Gas hat einen etwas höheren Verbrauch und geringere Reichweite des Fahrzeugs zur Folge. Wegen dieses energetischen Nachteils zahlen Verbraucher an der Tankstelle für L-Gas auch weniger als für H-Gas.
    L-Gas wird überwiegend in Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen angeboten.
CNG wird oft mit LPG (=Liquified Petroleum Gas) verwechselt. Bei LPG handelt es sich um ein Gemisch aus Propan und Butan, das als Nebenprodukt (Fackelgas) bei der Erdöl- und Erdgas-Gewinnung sowie bei der Erdölraffinierung anfällt. Es ist auch unter der Bezeichnung Flüssiggas oder Autogas bekannt.

Biomethan, die regenerative Erdgasvariante

Neben den natürlichen Vorkommen ist Erdgas auch regenerativ als so genanntes Biogas verfügbar. Biogas entsteht beim Abbau organischer Substanzen unter Ausschluss von Luft. Verantwortlich für die anaerobe (sauerstofffreie) Vergärung sind Bakterien. Ausgangsstoffe für Biogas können sein:
  • Biomassehaltige Reststoffe wie Bioabfall, Klärschlamm, Speisereste
  • Gülle oder Mist
  • Gezielt angebaute Energiepflanzen, so genannte NAWAROS(NAchWAchsendeROhStoffe)
In der Regel besteht Biogas zu 55-70% aus dem brennbaren Gas Methan (CH4). Weitere Bestandteile sind Kohlendioxid (CO2), Schwefelwasserstoff (H2S), Stickstoff und Sauerstoff. Durch CO2-Abtrennung, Entschwefelung, Trocknung und Verdichtung wird das Rohbiogas gereinigt und zu Biomethan veredelt. Der Methananteil steigt dadurch auf zirka 95%.

Gegenüber Erdgas zeigt Biomethan als Kraftstoff eine wesentlich bessere Ökobilanz. Bei der Verbrennung von Biomethan wird über die CO2-Emission des Fahrzeugs das Kohlendioxid wieder freigesetzt, das die Pflanzen während ihres Wachstums durch Fotosynthese aus der Atmosphäre aufgenommen haben.
Bei der Verbrennung von fossilen Treibstoffen hingegen wird das über Jahrmillionen in der Erde gebundene Kohlendioxid (CO2 )zusätzlich in die Atmosphäre freigesetzt. Die Emission von Kohlendioxid trägt zur Verstärkung des Treibhauseffekts bei und führt damit zu einer Erhöhung der globalen Temperatur.

Die erste Biogas-Tankstelle in Deutschland wurde im Juni 2006 in Jameln, Kreis Lüchow Dannenberg / Wendland eröffnet. Dort können Erdgasfahrer erstmals Kraftstoff tanken, der aus Biomasse hergestellt wurde. Und in München wird seit Dezember 2006 Biomethan ins Erdgasnetz eingespeist.

Um die Nutzung von Biomethan im Kraftstoffsektor aktiv zu fördern, hat die deutsche Erdgaswirtschaft eine freiwillige Selbstverpflichtungserklärung angeboten. Danach soll dem Erdgas, das als Kraftstoff verwendet wird, bis zum Jahr 2020 bis zu 20 Prozent Biomethan beigemischt werden, sofern dieses in Erdgasqualität aufbereitet ist.

www.wendland-elbetal.de
www.biogas.org

Opel Biomethan-Technologie für nachhaltige Mobilität (PDF)

Gut für die Umwelt: hoher Wasserstoff- und geringer Kohlenstoffanteil

Erdgas, die umweltfreundliche Alternative

Erdgas gehört ebenso wie Erdöl und Kohle zu den natürlich brennbaren organischen Rohstoffen, allerdings mit dem Unterschied, dass es der schadstoffärmste fossile Energieträger ist. Erdgas hat eine der einfachsten chemischen Formeln (CH4). Mit diesem höchsten Wasserstoff- und dem niedrigsten Kohlenstoffanteil (4:1) unter den fossilen Energieträgern belastet es die Umwelt bei der Verbrennung deutlich weniger als Benzin oder Diesel. Denn Erdgas setzt bei der Verbrennung rund 20% weniger CO2 frei als ein Benziner und bis zu 80% weniger Stickoxide als ein Diesel. Die für den Feinstaub relevanten Partikel- oder Rußemissionen entstehen erst gar nicht.

Reduktionspotential an Emissionen von Erdgas gegenüber Diesel und Benzin

Auch der Transportweg von Erdgas ist umweltschonend

Da Erdgas in der Natur in mehr oder weniger reiner Form als Methan (mindestens 85 Volumenprozent) vorkommt, kann es mit deutlich weniger Aufwand zu Treibstoff aufbereitet werden als dies für die Herstellung von Diesel oder Benzin notwendig ist. Während Methan praktisch nur gereinigt und komprimiert werden muss, ist für die Produktion von Diesel und Benzin ein aufwändiges und energieintensives Raffinerieverfahren nötig.

Nicht nur die Erdgasherstellung ist umwelt- und ressourcenschonend, sondern auch der Transport. Er erfolgt über ein ausgedehntes Netz unterirdischer Rohrleitungen. Flüssiger Treibstoff hingegen kommt per Tankwagen über das Straßennetz zu den Zapfsäulen.

Die Erdgasvorräte reichen länger als Erdöl

Wie lange Erdgas oder Erdöl noch verfügbar ist, kann nur geschätzt werden. Geht man von einem gleich bleibend hohem Verbrauch aus, dann reichen die derzeit bekannten und weltweit verfügbaren Erdgasvorräte noch gut 60 Jahre. Dieser Schätzung liegen die heutigen technischen Möglichkeiten, Erdgas wirtschaftlich und sicher abzubauen zugrunde. Rechnet man weitere Erdgas-Ressourcen ein, die technisch aufwendiger gewinnbar sind, gehen die Schätzungen von rund 16o Jahren aus. Damit ist Erdgas deutlich länger verfügbar als Erdöl.


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